Trotz Winterkälte richtig lüften

Auch bei eisiger Kälte muss man ordentlich lüften. (Quelle: imago)

Nach dem Langezeit milden Winter kam Ende Januar der Kälteschock. Bei dem Wetter möchte man einfach zuhause warm einheizen, sich einkuscheln und nie mehr rausgehen. Doch frische Luft muss auch bei bitterer Kälte sein – sonst droht Schimmelbefall. So lüften Sie auch bei eisigen Temperaturen richtig – sechs Tipps.

Auch bei frostigem Winterwetter sollte die Wohnung mindestens einmal täglich gut durchlüftet werden. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät, die Fenster für wenigstens fünf Minuten weit aufzureißen, um Schimmel vorzubeugen. Die meisten Bewohner jedoch kippten die Fenster bei kalten Temperaturen lediglich. Dann wird es in der Wohnung zwar kalt, aber es findet kein Austausch zwischen warmer und kalter Luft statt. So kann die feuchte Raumluft nicht nach draußen entweichen.

Richtiges Lüften

Die Brancheninitiative "Wärme+" rät dazu, möglichst zwei gegenüberliegende Fenster vollständig zu öffnen, um die komplette Raumluft auszutauschen. Während des Lüftens sollte man den Thermostat herunter drehen, um Heizkosten zu sparen. Die Räume sollten generell nicht auf unter 20 Grad abkühlen. Sonst droht Schimmelbefall, weil warme Luft die Feuchtigkeit besser bindet.

Was tun gegen Wasserpfützen?

Oft sammelt sich im Winter Kondenswasser auf der Fensterbank. Ursache könne ein schlecht isoliertes Fenster sein, erläutert der VPB. Feuchtigkeit sammelt sich immer dort, wo es am kältesten ist. In älteren Wohnungen seien das oft die Fenster, in modernen Gebäuden häufig eine Ecke der Außenwand. Der Verband empfiehlt, Tauwasser regelmäßig wegzuwischen. Außerdem sollte ein Fachmann den Ursachen auf den Grund gehen, um auszuschließen, dass ein schwerer wiegendes Problem vorliegt.

Auch ungenutzte Räume niedrig heizen

Wer sich über Nacht oder tagsüber nicht in seiner Wohnung aufhält, sollte die Heizung nicht ganz abschalten. Heizkosten kann man auf diese Weise nur bedingt sparen, da zum Aufheizen der ausgekühlten Räume besonders viel Energie benötigt wird. Besser ist es, man hält für die Zeit der Abwesenheit eine Grundtemperatur von 15 bis 17 Grad aufrecht. Bei der Rückkehr lässt sich die Temperatur dann wieder schnell und mit geringem Energieaufwand steigern.

Auch bei längerer Abwesenheit ist es wichtig, die Wohnung nicht auskühlen zu lassen. Denn sonst drohen Frostschäden. So können bei Kälteeinbruch Wasserrohre platzen – und Wasserschäden führen schnell zu Schimmel. Selbst die Frostschutzstellung am Heizkörper bietet bei Extrem-Frost keinen ausreichenden Schutz gegen das Zufrieren der Leitungen. Wer die Heizung dann nur auf das Schneeflockensymbol gestellt, verliert im Schadensfall sogar den Versicherungsschutz, weil er nicht seiner Heizpflicht nachgekommen ist.

Mit dichten Fenstern und Türen beim Heizen sparen

Besonders bei älteren Häusern sind Fenster und Türen häufig nicht perfekt abgedichtet, was ebenfalls zum Auskühlen der Wände beiträgt. Abhilfe bieten Zugluftstopper unter den Türen. Mit selbstklebenden Gummi- oder Schaumstoffstreifen können Sie Fenster und Türen einfach und effektiv abdichten, damit die Wärme im Zimmer bleibt. Unter Umständen kann sich bei veralteten Fenstern sogar ein Umrüsten lohnen: Moderne Fenster sparen Heizkosten. Allerdings sollte man mit dem Umbau warten, bis es wieder wärmer ist.

 

Bei Abwesenheit Temperatur herunter drehen

Wenn sich niemand in der Wohnung befindet, kann man die Heizung um einige Grade herunterfahren. Dies gilt natürlich auch nachts. Allerdings sollte die Temperatur nie unter 16 Grad fallen, da die Wohnung sonst zu sehr auskühlt und zum erneuten Aufheizen mehr Energie nötig wäre, als man zuvor durch das Absenken der Temperatur eingespart hat.

 

Fenster nicht dauerhaft kippen

Um Schimmel vorzubeugen, muss man auch im Winter regelmäßig lüften. Gekippte Fenster sind allerdings pure Energieverschwendung. Besser ist es, die Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten ganz zu öffnen. Während des Stoßlüftens sollten die Heizkörper natürlich herunter gedreht werden.

 

Heizung überprüfen

Wenn sich Luft im Heizkörper befindet, wird dieser nicht richtig warm. Überprüfen Sie deshalb ihre Heizungsanlage auf gluckernde Geräusche. Entlüften können Sie relativ einfach selbst. Für komplexere Aufgaben sollten Sie einen Fachmann beauftragen. Nur er kann kostenrelevante Fehler wie eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur beheben.

 

Räume nicht überheizen

Nicht jeder Raum muss gleichermaßen warm sein. Wohn-, Ess-, und Arbeitszimmer sollte man auf 20 Grad heizen, im Bad dürfen es 22 Grad sein. In Schlafzimmer und Küche genügen meist 16 bis 18 Grad. Schließen Sie die Türen zum Flur, damit sich die Wärme nicht verteilen kann.

 

Energieverlust durch die Fenster reduzieren

Besonders im unsanierten Altbau geht viel Wärme über die Fenster verloren. Nachts sollte man daher die Vorhänge zuziehen. Auch Rollos, Rollläden oder Fensterläden halten die Wärme im Haus.

 

Heizkörper nicht verdecken

Damit die Luft frei zirkulieren kann, dürfen die Heizkörper nicht von Vorhängen oder Möbeln verdeckt sein. Sonst kann die warme Luft schlecht im Raum zirkulieren und man heizt eigentlich nur die Wand hinter dem Heizkörper.