Erschienen am 30.05.2011

Bio-Lust statt Gen-Frust: Tomaten aus eigener Ernte

Ob als Salat zum Grillsteak oder als erfrischender Brotbelag: Tomaten sind aus der Sommerküche nicht wegzudenken. Wer ganz sicher gehen will, dass die Früchte weder genmanipuliert noch bestrahlt sind, baut seine Tomaten am besten selbst an. Dafür braucht man nicht mal einen Garten. Auf dem Balkon lassen sich Tomaten ebenso gut züchten. Damit die Früchte gut gedeihen und noch besser schmecken, sollte man einige Pflege-Tipps beachten.

Tomaten aus dem Garten schmecken besser, wenn sie viel Platz zum Wachsen haben. Denn dadurch steigt ihr Zuckergehalt, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Zucker verstärkt den natürlichen Geschmack der Tomate. Optimal seien etwa 2,5 Pflanzen pro Quadratmeter. Ab Mitte Mai können die kleinen Tomatenstauden in die Erde, wenn die Gefahr von Bodenfrost gebannt ist. Die Pflanzen sollten nicht zu viel gegossen werden, müssen aber in einem nährstoffreichen Boden stecken. Denn dann nimmt die Zucker- und Säurekonzentration sowie der Anteil an Trockensubstanz in den Früchten zu, was neben dem Geschmack auch die Haltbarkeit verbessert. Allerdings wird dadurch auch die Schale zäher.

Sonniger Standort bevorzugt

Am wohlsten fühlen sich die Tomatenpflanzen an einem warmen sonnigen Ort. Er sollte außerdem weitgehend gegen Wind und Regen geschützt sein. Für den Anbau im Garten eignet sich daher gut eine Südwand, von der die Sonne zurückgestrahlt wird und so für zusätzliche Wärme sorgt. Ebenso wichtig ist der Schutz gegen Regen. Werden die Tomaten nass, bieten sie der berüchtigten Kraut- oder Braunfäule ideale Bedingungen. Deshalb sollte man auch beim Gießen der Tomaten, darauf achten, dass nur die Wurzeln und die Erde benetzt werden.

Braunfäule verhindern

Die Krankheit wird durch einen Pilz ausgelöst, der sich im feucht-warmen Klima am wohlsten fühlt. Ist eine Pflanze befallen, äußert sich dies zunächst durch schwarz-braune Flecken auf den Blättern. Später zeigen sich auch an den Früchten braune Stellen, die unter geeigneten Bedingungen einen Pilzflaum bilden. Die befallenen Früchte kann man nur noch wegwerfen. Für den Verzehr sind sie ungeeignet. Um die Tomaten vor Regen zu schützen, sollte man sie bei feuchter Witterung mit einer Plane schützen. Allerdings darf die Plane dabei nicht die Pflanzen berühren und sollte nach dem Regen möglichst rasch wieder entfernt werden. Wem das Abdecken zu viel Mühe macht, der kann seinen Pflanzen auch ein geeignetes Dach über dem Kopf bauen. Tomatenhäuser, die mit zwei Wänden und einem Dach ausgestattet sind, gibt es im Fachhandel in vielen verschiedenen Größen. Geschützt sind die Tomaten auch auf dem überdachten Balkon. Allerdings brauchen sie dort einen großen Topf, damit sich die Früchte gut entwickeln können.

Tomaten richtig pflegen

Ganz wichtig für eine reiche Tomatenernte ist das so genannte Ausgeizen. Dabei werden die jungen Seitentriebe der Pflanzen entfernt. Dadurch kann die Pflanze ihre Kraft auf die Haupttriebe verwenden. Wenn man auf das Ausgeizen verzichtet, bildet die Tomatenpflanze sehr viele Früchte aus, die aber nur sehr klein sind und nicht reifen. Tomaten gedeihen in lockerem Boden am besten. Deshalb ist regelmäßiges Gießen wichtig. Der Boden sollte nie ganz austrocknen.