Bayern 1 verbannt die Volsmusik


Petition gestartet: Kampf für Volksmusik auf Bayern 1


München - Seit Tagen laufen Volksmusik-Fans Sturm gegen die geplante Verbannung ihrer Musik aus dem Programm des Radiosenders Bayern 1. Mehr als 5000 Menschen haben bereits eine Online-Petition dazu unterzeichnet.

Mit einer Online-Petition machen sich Fans für den Verbleib der Volksmusik im Programm des Radiosenders Bayern 1 stark. Bis Sonntagnachmittag hatten bereits mehr als 5000 Menschen die Petition unterzeichnet. Die Unterzeichner fordern, dass die Volksmusiksendungen „wie gewohnt auf Bayern 1, zur gewohnten Zeit“ erhalten bleiben. Sie reagieren damit auf die Ankündigung des Bayerischen Rundfunks, dass die Volksmusiksendungen zum Digitalsender „BR Heimat“ umziehen sollen.

In der Folge entspann sich ein „Volksmusikstreit“: Der Bayerische Bezirketag, Freie Wähler und der Verein für Volkslied und Volksmusik kritisierten die Entscheidung des BR, ebenso Volksmusik-Stars wie Heino und Hansi Hinterseer. Der Bayerische Blasmusikverband indes hoffte auf mehr Sendezeit im Digitalfunk. Zuletzt hatte Musikrats-Präsident Thomas Goppel einen Kompromiss gefordert. Dass die Musikrichtung schon im Mai aus dem Programm verschwinden solle, sei gerade für ältere Hörer zu früh.

Mit den älteren Volksmusikfans argumentieren auch die Initiatoren der Online-Petition: Viele von ihnen besäßen weder ein Gerät, das Digitalradio empfangen könne, noch die Möglichkeit, „BR Heimat“ im Netz zu hören. „Die Volksmusik ist ein fester Bestandteil der Bayerischen Kultur und hat einen Platz in einem frei empfangbaren Radiosender verdient“, heißt es in der Petition.

Nach Bayern 1 Entscheidung: Das sagen zwei Volksmusik-Größen


München – Die Entscheidung des Bayerischen Rundfunks die Volksmusik aus dem Programm von
Bayern 1 zu verbannen, sorgt weiterhin für viel Ärger. Jetzt melden sich die Größen der Volksmusik zu Wort.

Die Rebellion gegen die Verbannung von Volksmusik aus dem Sender Bayern 1 bekommt Unterstützung von ungeahnter Seite: Heino und Hansi Hinterseer stellten sich hinter den Protest. „Ich bedauere die Entscheidung des BR sehr“, sagte Heino der „Bild“-Zeitung. „Denn es ist wichtig, dass auch unsere Kinder dieses Kulturgut in einem normal empfangbaren Sender vermittelt bekommen.“ Ins gleiche Horn stieß auch sein Kollege Hansi Hinterseer: „Ich finde es sehr schade, dass es die Volksmusik-Stunde auf BR 1 nicht mehr geben soll“, sagte er der Zeitung. „Es gibt viele Volksmusikfreunde, die genau diese traditionellen Lieder gerne hören.“


Der Bayerische Rundfunk (BR) hatte angekündigt, Volksmusiksendungen von Mitte Mai an nur noch auf der Digitalwelle „BR Heimat“ zu bringen (zu empfangen auch über Satellit). Damit sollten die Formatbrüche zwischen Volksmusik sowie Pop- und Rockmusik auf Bayern 1 beendet werden, hieß es zur Begründung. Gegen die Entscheidung gibt es anhaltende Kritik. Gestern protestierte nach den Freien Wählern auch die Landtags-SPD. „Ich werde für den Erhalt der Volksmusiksendung auf Bayern 1 kämpfen“, erklärte die Vizepräsidentin des Landtags, Inge Aures

Bayern 1 verbannt Volksmusik: Abgeordneter plant Petition

Garmisch-Partenkirchen  - Die Programmreform des Bayerischen Rundfunks stößt auf massive Kritik. Landtagsabgeordneter Florian Streibl plant eine Unterschriftenaktion. Ex-MdL Johann  Neumeier schreibt einen Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer.

Sie verkörpert das Leben in Bayern. Wie die Prozession an Fronleichnam, das Maibaumaufstellen, die Lederhos’n, das Bier, die Weißwurst, Trachtenfeste und so weiter. Echte, überlieferte Volksmusik ist ein Eckpfeiler im Freistaat. Im Radiosender Bayern 1 ist dafür künftig kein Platz mehr. Ab Pfingsten ändert der Bayerische Rundfunk sein Programm und zieht die Volksmusiksendungen, die bisher auf Bayern 1 laufen, komplett zu „BR Heimat“, der neuen Digitalwelle. Für Peter Egner, Gausängerwart der Oberländer Trachtenvereinigung, ist’s „wie ein Schlag ins Gesicht“ – und er meint weiter: „Jetzt stecken’s die Volksmusik ins Reservat, wie früher die Indianer.“

Betroffen von der Entscheidung des BR sind die sonntägliche „Blasmusik“ sowie die vor allem in ländlichen Gebieten sehr beliebte, tägliche Volksmusiksendung zwischen 19 und 20 Uhr. Hintergrund dieser groß angelegten Programmreform sind Bestrebungen zur Neuausrichtung. Im Umfeld von stetig zunehmender Rock- und Popmusik sei klassische Volksmusik laut Hörfunkdirektor Martin Wagner „immer weniger erwartbar“. Ab dem 15. Mai zieht die Volksmusik komplett zum Digitalkanal „BR Heimat“ um, der es seit dem Start im Februar 2015, so der Sender, schon auf rund 110 000 Hörer gebracht habe. Volks- und Blasmusik hätten dort künftig mehr Platz denn je, sagen die BR-Leute. Allerdings ist die Musik dann nicht mehr wie bisher analog über UKW zu hören, sondern nur noch digital. Dazu braucht’s aber ein eigenes Digitalradio oder man rüstet nach.

Eine klare Meinung vertritt Georg Mangold, Ehrenvorsitzender der Oberländer Trachtenvereinigung: „Stück für Stück wird immer mehr von unserem Kulturgut zurückgefahren. Es heißt ,Bayerischer Rundfunk‘, oder? Da gehört doch bayerische Musik dazu.“ In selbe Horn stößt Peter Egner: „Es gibt ein Rundfunkgesetz, und nach dem hat der BR einen Kulturauftrag. Der wird von dem Sender aber schon seit Jahren sträflich missachtet. Und jetzt werden die letzten verbliebenen 50 Minuten Volksmusik auch noch gestrichen und in ein Ghetto verbannt, sauber!“ Egner gibt zu, dass er persönlich inzwischen immer häufiger auf Radio Tirol und Radio Salzburg umschalte: „Die bringen noch unverfälschte Volksmusik.“ Der Garmisch-Partenkirchner hat nachgerechnet: „Der BR hat fünf Programme im UKW-Bereich, die 24 Stunden am Tag senden, das sind 120 Stunden. Nicht einmal für eine Stunde bayerische Volkskultur bleibt da Zeit, das ist schon beschämend.“

Dem Bayerischen Rundfunk bläst inzwischen auch politisch ein immer heftigerer Gegenwind ins Gesicht: Gestern kündigte der Oberammergauer Landtagsabgeordnete Florian Streibl von den Freien Wählern an, er wolle eine Unterschriftenaktion „gegen diesen Fehlgriff starten“. Die Aktion sei ein medialer Raubbau am Brauchtum; der Sender solle doch stolz sein auf das, was Musikanten aus dem Werdenfelser Land, dem Tegernseer Tal, aus Miesbach und Umgebung, aus dem Pfaffenwinkel und dem Tölzer Land leisten.

Auch der frühere CSU-Landtagsabgeordnete Johann Neumeier aus Unterammergau fühlt sich „aufgeschreckt“. Er schrieb sogar einen Brief an Ministerpräsident Seehofer, in dem er diesen auffordert, „Deinen Einfluss beim BR dahingehend geltend zu machen, dass . . . die angedachte ,Verjüngung’ nicht zu Lasten der Volksmusik erfolgt“. Der Verweis des BR aufs Digitalradio sei eine Frechheit: „Das sollten wir uns nicht gefallen lassen !!!


 

Ich finde das diese Menschen, die verantwortlich sind für die Abschaffung der Deutschen Musikkultur, sollten zurücktreten und schleunigst den Sender Bayern 1 verlassen!!!

 

Ausschnitte aus der Allgäuer Zeitung